Ein modernes Heizsystem ist nur so gut wie seine Wärmeverteilung. Auch eine neue Wärmepumpe kann nicht effizient arbeiten, wenn einzelne Heizkörper überversorgt werden, andere Räume nicht ausreichend warm werden oder unnötig hohe Systemtemperaturen erforderlich sind.
Eine mögliche Ursache dafür ist ein fehlender oder nicht korrekt durchgeführter hydraulischer Abgleich.
Die BMH Contracting GmbH berechnet die erforderlichen Volumenströme und Einstellwerte für Heizflächen und Heizkreise. Dabei betrachten wir sowohl klassische Zweirohrsysteme als auch technisch anspruchsvollere Einrohrheizungen.
Was ist ein hydraulischer Abgleich?
In einem nicht abgeglichenen Heizsystem verteilt sich das Heizwasser nicht automatisch entsprechend dem tatsächlichen Wärmebedarf der einzelnen Räume. Heizflächen in günstiger Lage können zu viel Wasser erhalten, während weiter entfernte Bereiche unterversorgt werden.
Beim hydraulischen Abgleich werden die Volumenströme im Heizsystem auf den berechneten Bedarf abgestimmt. Grundlage dafür sind unter anderem die Heizlast der einzelnen Räume, die vorhandenen Heizflächen, die Systemtemperaturen und der Aufbau des Rohrnetzes.
Je nach Heizsystem erfolgt die Einstellung beispielsweise über voreinstellbare Thermostatventile, Strangregulierventile, Durchflussregler sowie die passende Einstellung der Umwälzpumpe und Heizungsregelung.
Unser Spezialgebiet: Hydraulischer Abgleich bei Einrohrsystemen
Einrohrheizungen stellen besondere Anforderungen an Berechnung und Optimierung. Anders als bei einem klassischen Zweirohrsystem sind mehrere Heizflächen innerhalb eines Heizkreises hydraulisch miteinander verbunden.
Das Heizwasser durchströmt den Ring und verändert dabei seine Temperatur. Deshalb können einzelne Heizkörper nicht unabhängig voneinander betrachtet werden.
Gerade bei einer geplanten Umstellung auf eine Wärmepumpe ist eine genaue Untersuchung des vorhandenen Einrohrsystems wichtig.
Wie wir Einrohrsysteme betrachten:
- Analyse der Ringstruktur: Wir erfassen den Aufbau der Heizkreise und berücksichtigen die hydraulischen Zusammenhänge innerhalb des jeweiligen Rings.
- Berechnung der Volumenströme: Die benötigten Wassermengen werden anhand des Wärmebedarfs und der vorhandenen Heizflächen ermittelt.
- Heizflächenbewertung: Wir prüfen, welche Leistung die vorhandenen Heizkörper bei unterschiedlichen Systemtemperaturen bereitstellen können.
- Optimierung der Systemtemperaturen: Insbesondere bei einer geplanten Wärmepumpe untersuchen wir, ob und wie sich die erforderlichen Vorlauftemperaturen reduzieren lassen.
- Technische Komponenten: Je nach Anlage können geeignete Regel- und Abgleicharmaturen erforderlich sein, um die Ringvolumenströme kontrolliert einzustellen.
Warum ein hydraulischer Abgleich sinnvoll ist
Ein hydraulisch abgestimmtes Heizsystem verbessert nicht nur die Wärmeverteilung. Es schafft auch wichtige Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb des Wärmeerzeugers.
Die Vorteile eines optimierten Systems:
- Effizientere Wärmeverteilung: Die einzelnen Räume erhalten die für ihren Wärmebedarf erforderlichen Volumenströme.
- Niedrigere Systemtemperaturen: Eine abgestimmte Anlage kann dazu beitragen, unnötig hohe Vorlauftemperaturen zu vermeiden.
- Weniger Strömungsgeräusche: Zu hohe Volumenströme können Rauschen und andere Fließgeräusche verursachen. Eine korrekte Einstellung kann diese reduzieren.
- Bessere Voraussetzungen für Wärmepumpen: Niedrige Systemtemperaturen und passend dimensionierte Heizflächen sind wichtige Voraussetzungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb.
- Optimierter Pumpenbetrieb: Auch die Umwälzpumpe kann auf den tatsächlichen Bedarf des Heizsystems abgestimmt werden.
Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B und gleichwertigen Verfahren
Beim Verfahren B wird die Heizlast raumweise ermittelt. Auf dieser Grundlage werden die notwendigen Volumenströme sowie die Einstellwerte der einzelnen Heizflächen berechnet.
Die raumweise Heizlastberechnung bildet damit eine wesentliche Grundlage für die detaillierte hydraulische Auslegung.
Seit 2026 können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unter bestimmten Voraussetzungen auch zertifizierte Verfahren eingesetzt werden, die dem Verfahren B technisch gleichwertig sind.
Auch bei solchen Verfahren bleibt die Ermittlung der Raumheizlast erforderlich. Welche Vorgehensweise für ein konkretes Gebäude technisch sinnvoll und im Rahmen einer Förderung zulässig ist, muss deshalb projektbezogen betrachtet werden.
Wann ist ein hydraulischer Abgleich gesetzlich vorgeschrieben?
Für bestimmte Gebäude besteht eine gesetzliche Verpflichtung zum hydraulischen Abgleich.
Nach § 60c Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) muss ein wassergeführtes Heizungssystem nach dem Einbau oder der Aufstellung einer neuen Heizungsanlage in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten hydraulisch abgeglichen werden.
Zum vorgeschriebenen Leistungsumfang gehören unter anderem:
- eine raumweise Heizlastberechnung
- die Prüfung und bei Bedarf Optimierung der Heizflächen
- die Betrachtung möglichst niedriger Vorlauftemperaturen
- die Anpassung der Vorlauftemperaturregelung
- die Dokumentation der wesentlichen Berechnungs- und Einstellwerte
Unabhängig von dieser gesetzlichen Verpflichtung ist der hydraulische Abgleich außerdem Bestandteil der technischen Anforderungen verschiedener Förderprogramme.
Der Zusammenhang mit der Heizlastberechnung
Ein hydraulischer Abgleich benötigt eine belastbare Grundlage. Deshalb verbinden wir ihn mit der raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1.
Damit lässt sich bestimmen, welche Wärmeleistung jeder Raum tatsächlich benötigt und welchen Volumenstrom die jeweilige Heizfläche dafür erhalten muss.
Besonders beim Umstieg auf eine Wärmepumpe prüfen wir zusätzlich die vorhandenen Heizkörper oder Flächenheizungen. Reicht die Leistung einer einzelnen Heizfläche bei der angestrebten niedrigeren Systemtemperatur nicht aus, lässt sich gezielt erkennen, an welchen Stellen eine Anpassung sinnvoll sein kann.
Die Berechnungen können anschließend auch in die weitere Fachplanung der Wärmeversorgung einfließen.
Ablauf des hydraulischen Abgleichs bei BMH-C
1. Bestandsaufnahme: Wir erfassen die relevanten Daten des Heizsystems, der Heizflächen und der vorhandenen Anlagentechnik.
2. Raumweise Heizlastberechnung: Wir ermitteln den Wärmebedarf der einzelnen Räume als Grundlage für die weitere hydraulische Berechnung.
3. Hydraulische Berechnung: Daraus werden die erforderlichen Volumenströme, Ventileinstellungen und weitere relevante Einstellwerte des Heizsystems ermittelt.
4. Heizflächenprüfung: Bei Bedarf bewerten wir, welche Leistungen die vorhandenen Heizflächen bei den vorgesehenen Systemtemperaturen bereitstellen können.
5. Dokumentation: Sie erhalten eine nachvollziehbare Dokumentation der Berechnungs- und Einstellwerte. Diese kann dem ausführenden Heizungsfachbetrieb als Grundlage für die praktische Einstellung der Anlage dienen.
6. Umsetzung: Die berechneten Einstellungen werden durch den ausführenden Fachbetrieb an Heizflächen, Ventilen, Pumpe und Regelung umgesetzt.
Hydraulischer Abgleich und Förderung
Der hydraulische Abgleich kann im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude als Maßnahme zur Heizungsoptimierung förderfähig sein.
Der Grundfördersatz für die Heizungsoptimierung zur Effizienzverbesserung beträgt aktuell 15 % der förderfähigen Kosten. Unter den geltenden Voraussetzungen kann bei einem förderfähigen Individuellen Sanierungsfahrplan zusätzlich ein iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten möglich sein.
Seit dem 21. Juli 2026 gelten für diesen Bonus zusätzliche Anforderungen an das Investitionsvolumen.
Für die eigenständige Förderung einer Heizungsoptimierung gelten außerdem Anforderungen an das Alter der Heizungsanlage. Die Anlage muss grundsätzlich älter als zwei Jahre sein. Bei fossil betriebenen Heizungsanlagen darf sie für diese Förderung nicht älter als 20 Jahre sein.
Beim geförderten Einbau eines neuen Wärmeerzeugers gehört die Optimierung des gesamten Heizungsverteilungssystems einschließlich des hydraulischen Abgleichs ebenfalls zu den technischen Fördervoraussetzungen.
Weitere Informationen zu den aktuellen Förderbedingungen finden Sie unter Förderberatung und -beantragung.
Hydraulik als Teil der Wärmeplanung
BMH-C betrachtet den hydraulischen Abgleich nicht als isolierte Einstellarbeit. Die Wärmeverteilung ist ein Bestandteil des gesamten Heizsystems.
Heizlast, Heizflächen, Wärmeerzeuger, Volumenströme und Systemtemperaturen beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb verbinden wir die hydraulische Berechnung bei Bedarf mit unserer Planung der Wärmeversorgung und weiteren Leistungen des Ingenieur- und Planungsbüros.
Gerade bei Bestandsgebäuden und einer geplanten Wärmepumpe entsteht dadurch eine belastbare Grundlage für die weitere technische Planung.
Häufig gestellte Fragen zum hydraulischen Abgleich (FAQ)
1. Kann man auch eine Einrohrheizung hydraulisch abgleichen?
Ja. Ein hydraulischer Abgleich ist auch bei Einrohrsystemen möglich. Die Berechnung und Einstellung unterscheidet sich jedoch von klassischen Zweirohrsystemen, weil mehrere Heizflächen innerhalb eines Rings hydraulisch voneinander abhängig sind.
Deshalb müssen Ringstruktur, Volumenströme, Heizflächen und Systemtemperaturen gemeinsam betrachtet werden.
2. Wie lange dauert ein hydraulischer Abgleich?
Der Aufwand hängt von Gebäudegröße, Anzahl der Heizflächen, vorhandener Dokumentation und Aufbau des Heizsystems ab. Vor der eigentlichen Einstellung müssen die erforderlichen Gebäudedaten aufgenommen und die Heizlast sowie die hydraulischen Einstellwerte berechnet werden.
Die praktische Umsetzung durch den Heizungsfachbetrieb richtet sich anschließend nach Umfang und Zustand der vorhandenen Anlage.
3. Lohnt sich der hydraulische Abgleich auch bei einer bestehenden Gasheizung?
Ja. Auch bei bestehenden Gasheizungen kann ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein. Eine optimierte Wärmeverteilung kann den Energieverbrauch reduzieren, Fließgeräusche verringern und für gleichmäßigere Raumtemperaturen sorgen.
Wie groß der tatsächliche Einspareffekt ist, hängt vom Zustand und von der bisherigen Einstellung der Heizungsanlage ab.
4. Was ist, wenn meine Heizkörperventile nicht voreinstellbar sind?
Sind die vorhandenen Ventile für den notwendigen hydraulischen Abgleich nicht geeignet, kann ein Austausch der Ventilunterteile erforderlich sein.
Im Rahmen der Bestandsaufnahme und Berechnung lässt sich feststellen, welche Komponenten angepasst werden müssen. Die technische Umsetzung erfolgt anschließend durch den Heizungsfachbetrieb.
5. Wird der hydraulische Abgleich staatlich gefördert?
Ein hydraulischer Abgleich kann im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude als Heizungsoptimierung gefördert werden. Der Grundfördersatz beträgt aktuell 15 %.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann zusätzlich ein iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten möglich sein. Für die Förderung gelten weitere Anforderungen, unter anderem an das Alter der Heizungsanlage und den Umfang der Maßnahme.
Beim geförderten Einbau eines neuen Wärmeerzeugers gehört die Optimierung des Heizungsverteilungssystems einschließlich des hydraulischen Abgleichs ebenfalls zu den technischen Anforderungen.
Ansprechpartner
Geschäftsführung
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Kommen Sie gerne jederzeit persönlich auf mich zu!
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Technische Leitung
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