Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abschätzen

Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abschätzen – die zentrale Frage technisch fundiert und verständlich beantworten

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich realistisch abschätzen, indem der jährliche Wärmebedarf des Gebäudes durch die zu erwartende Jahresarbeitszahl (JAZ) geteilt wird. Benötigt ein Haus beispielsweise 18.000 kWh Wärme pro Jahr und erreicht die Anlage eine JAZ von 3,5, beträgt der Wärmepumpenstrom rund 5.140 kWh jährlich; hinzu kommen gegebenenfalls geringe Verbräuche für Umwälzpumpen, Regelung oder einen elektrischen Heizstab.

Entscheidend ist: Nicht allein die Nennleistung der Wärmepumpe bestimmt den Strombedarf. Maßgeblich sind der tatsächliche Heizwärme- und Warmwasserbedarf, die benötigten Vorlauftemperaturen, die Heizflächen, die Wärmequelle sowie die hydraulische Einbindung. Eine Wärmepumpe arbeitet besonders effizient, wenn sie über weite Teile des Jahres niedrige Systemtemperaturen bereitstellen kann.

Welche Daten für eine belastbare Verbrauchsprognose erforderlich sind

Eine pauschale Angabe in Kilowattstunden ist deshalb nur eine grobe Orientierung. Für eine technisch fundierte Prognose müssen Gebäude und Heizsystem als Gesamtsystem betrachtet werden. Besonders relevant sind:

  • der gemessene oder berechnete jährliche Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser,
  • die raumweise Heizlast und die erforderliche Wärmepumpenleistung,
  • Heizkörper, Fußbodenheizung und die daraus erreichbaren Vorlauf- und Rücklauftemperaturen,
  • Dämmstandard, Luftdichtheit und Nutzungsverhalten des Gebäudes,
  • die Wärmequelle – etwa Außenluft, Erdreich oder Grundwasser – sowie Standort und Betriebsweise,
  • hydraulische Verhältnisse, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung und der mögliche Einsatz eines Heizstabs.

BMH Contracting GmbH aus Kempten bewertet diese Einflussgrößen herstellerunabhängig im Rahmen von Wärmekonzepten und Wärmepumpenchecks. Dazu gehören die Aufnahme der vorhandenen Anlagentechnik und Heizflächen, die Betrachtung der raumweisen Heizlast nach DIN 12831 sowie die Prüfung, ob ein wirtschaftlicher Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen erreichbar ist. So lässt sich erkennen, ob einzelne Heizkörper, hydraulische Anpassungen oder weitere Maßnahmen vor einer Umrüstung sinnvoll sind.

Wer den Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abschätzen möchte, sollte daher nicht mit allgemeinen Verbrauchswerten rechnen, sondern Wärmebedarf, Systemtemperaturen und erwartete Jahresarbeitszahl konkret für das jeweilige Gebäude bestimmen. Erst diese technische Betrachtung liefert eine nachvollziehbare Grundlage für Betriebskosten, Wirtschaftlichkeit und die passende Auslegung der Wärmepumpe.

Wärmebedarf, erwartete Jahresarbeitszahl und Warmwasserbedarf als Grundlage einer realistischen Stromverbrauchsabschätzung verwenden

Um den Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abzuschätzen, wird der jährliche Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser durch die erwartete Jahresarbeitszahl (JAZ) geteilt. Die Berechnung lautet: Stromverbrauch = (Heizwärmebedarf + Warmwasserwärmebedarf) / JAZ. Entscheidend ist, mit einem zum Gebäude und zum Heizsystem passenden JAZ-Wert zu rechnen: Hohe Vorlauftemperaturen, ungünstige Heizflächen oder hydraulische Schwächen erhöhen den Strombedarf deutlich. Der Warmwasserbedarf muss zusätzlich berücksichtigt werden, da die Wärmepumpe hierfür meist mit höheren Temperaturen arbeitet.

Der Wärmebedarf ist die wichtigste Eingangsgröße. Er beschreibt, wie viel Wärme ein Gebäude über ein Jahr für die Raumheizung benötigt. Verbrauchswerte der bisherigen Heizung können eine erste Orientierung geben, sind aber nicht automatisch mit dem Wärmebedarf gleichzusetzen: Nutzungsgewohnheiten, Kesselverluste, Brennstoffqualität und witterungsbedingte Unterschiede beeinflussen den bisherigen Verbrauch. Für eine belastbare Abschätzung sollten daher Gebäudezustand, Dämmstandard, Heizflächen und die tatsächlich erforderlichen Systemtemperaturen einbezogen werden.

in unserer Fachplanung wird die Wärmepumpe als Teil des Gesamtsystems betrachtet. Im herstellerunabhängigen Wärmepumpencheck werden unter anderem Heizflächen, vorhandene Anlagentechnik und hydraulische Verhältnisse aufgenommen. Die raumweise Heizlast nach DIN 12831 hilft dabei, die erforderliche Leistung und die notwendigen Vorlauftemperaturen nachvollziehbar einzuordnen. Das ist wesentlich, weil nicht allein die Größe des Gebäudes, sondern vor allem dessen Wärmebedarf bei Auslegungstemperatur den späteren Betrieb beeinflusst.

  • Heizwärmebedarf: Wärme für die Raumheizung über ein Jahr, abhängig von Gebäudehülle, Nutzung und Standort.
  • Warmwasserwärmebedarf: zusätzlicher Wärmebedarf für Duschen, Baden, Küche und Haushaltsnutzung.
  • Erwartete Jahresarbeitszahl: Verhältnis aus abgegebener Wärmemenge und eingesetztem Strom über das gesamte Jahr.
  • Systemtemperaturen: Niedrige Vorlauf- und Rücklauftemperaturen verbessern in der Regel die JAZ und senken den Stromverbrauch.
  • Heizflächen und Hydraulik: Heizkörper, Fußbodenheizung, Volumenströme und hydraulischer Abgleich beeinflussen, ob niedrige Temperaturen praktisch erreichbar sind.

Die Jahresarbeitszahl darf nicht mit einem Laborwert oder der punktuellen Leistungszahl verwechselt werden. Sie bildet den tatsächlichen Jahresbetrieb ab – einschließlich unterschiedlicher Außentemperaturen, Teillast, Abtauvorgängen, Warmwasserbereitung und Nebenverbräuchen. Für eine realistische Stromverbrauchsabschätzung ist deshalb nicht ein möglichst hoher Wunschwert entscheidend, sondern ein plausibler Wert, der zu Heizflächen, Vorlauftemperatur und Gebäudetechnik passt.

Ein Rechenbeispiel: Beträgt der jährliche Heizwärmebedarf 18.000 kWh und der Warmwasserwärmebedarf 3.000 kWh, ergibt sich ein gesamter Wärmebedarf von 21.000 kWh pro Jahr. Bei einer erwarteten JAZ von 3,5 liegt der rechnerische Stromverbrauch bei rund 6.000 kWh pro Jahr. Bei einer JAZ von 2,8 wären es dagegen bereits etwa 7.500 kWh. Die Differenz zeigt, warum die technische Bewertung der erreichbaren Systemtemperaturen für die Wirtschaftlichkeit entscheidend ist.

Der Warmwasserbedarf sollte nicht pauschal untergehen. Er hängt vor allem von Personenzahl, individuellem Verbrauchsverhalten, gewünschter Speichertemperatur und Zirkulationsverlusten ab. Da für Trinkwarmwasser häufig höhere Temperaturen erforderlich sind als für die Raumheizung, fällt die Effizienz in diesem Betriebsbereich oft geringer aus. Eine getrennte Betrachtung von Heizung und Warmwasser führt deshalb zu einer realistischeren Prognose als ein pauschaler Gesamtverbrauchswert.

Das Planungsteam bewertet vor einer Umrüstung, ob vorhandene Heizkörper die benötigte Leistung bei niedrigen Vorlauftemperaturen bereitstellen können und welche Maßnahmen technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind. Erst wenn Wärmebedarf, Warmwasserbedarf, Heizflächen und erwartete Jahresarbeitszahl zusammengeführt werden, lässt sich der Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abschätzen. So entsteht eine nachvollziehbare Grundlage für Planung, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und den späteren Betrieb.

Verbrauch nicht pauschal an Wohnfläche festmachen, sondern aus Gebäudedaten und Betriebsbedingungen ableiten

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich nicht verlässlich aus der Wohnfläche ableiten. Entscheidend sind der tatsächliche Wärmebedarf des Gebäudes, die erforderlichen Vorlauftemperaturen, die Heizflächen, das Nutzerverhalten, die Warmwasserbereitung und die Effizienz der Anlage unter den konkreten Betriebsbedingungen. Zwei gleich große Gebäude können deshalb einen deutlich unterschiedlichen Wärmepumpenverbrauch haben.

Die Wohnfläche beschreibt lediglich die Größe eines Gebäudes, nicht aber dessen energetische Qualität. Dämmstandard, Baujahr, Luftdichtheit, Fensterflächen, Ausrichtung und Wärmebrücken beeinflussen, wie viel Heizwärme ein Gebäude im Jahresverlauf benötigt. Auch Anbauten, unbeheizte Bereiche, hohe Räume oder eine teilweise beheizte Fläche verändern den Bedarf, ohne dass sich dies allein an Quadratmetern ablesen lässt.

Für eine belastbare Abschätzung wird zunächst der Wärmebedarf betrachtet. Vorhandene Verbrauchsdaten können dafür ein erster Anhaltspunkt sein, müssen jedoch um den bisherigen Wärmeerzeuger, dessen Wirkungsgrad, das Nutzerverhalten und die Warmwasserbereitung bereinigt werden. Noch präziser ist die raumweise Heizlast nach DIN 12831, weil sie zeigt, welche Leistung bei einer definierten Außentemperatur tatsächlich erforderlich ist.

Der spätere Stromverbrauch ergibt sich aus dem Verhältnis von bereitgestellter Wärme zu der im Betrieb erreichten Jahresarbeitszahl. Vereinfacht gilt: Benötigt ein Gebäude beispielsweise 15.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr und erreicht die Wärmepumpe unter realen Bedingungen eine Jahresarbeitszahl von 3,5, liegt der rechnerische Strombedarf bei rund 4.300 Kilowattstunden. Ob dieser Wert erreichbar ist, hängt jedoch wesentlich von den Systemtemperaturen und der Anlagenplanung ab.

Niedrige Vorlauftemperaturen verbessern die Effizienz einer Wärmepumpe, weil der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizsystem geringer bleibt. Flächenheizungen bieten dafür häufig günstige Voraussetzungen, aber auch ausreichend dimensionierte Heizkörper können einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen. Maßgeblich ist nicht die Heizkörperart allein, sondern ob die Räume bei niedrigen Vorlauf- und Rücklauftemperaturen die erforderliche Heizleistung erhalten.

Besonders im Bestand darf der Verbrauch daher nicht pauschal an der Wohnfläche festgemacht werden. Kleine, energetisch ungünstige Gebäude mit hohen Vorlauftemperaturen können mehr Strom benötigen als größere, gut gedämmte Gebäude mit hydraulisch abgeglichenen Heizflächen. Ebenso beeinflussen eine ungünstige Hydraulik, zu hohe Heizkurven, häufiges Takten oder ein nicht abgestimmter Warmwasserspeicher den tatsächlichen Strombedarf.

Das Planungsteam betrachtet diese Zusammenhänge als Gesamtsystem aus Gebäude, Wärmebedarf und Anlagentechnik. Das Ingenieur- und Planungsbüro aus Kempten erfasst beim herstellerunabhängigen Wärmepumpencheck unter anderem Dämmstandard, vorhandene Heizflächen, Systemtemperaturen und hydraulische Verhältnisse. Auf dieser Grundlage lässt sich bewerten, ob ein Gebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden kann und welche Maßnahmen vor einer Umrüstung technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Eine realistische Prognose berücksichtigt außerdem die Warmwasserbereitung, gewünschte Raumtemperaturen, Absenkzeiten, Lüftungsverhalten und gegebenenfalls zusätzliche Verbraucher wie eine elektrische Zusatzheizung. Bei Gewerbe- und Industrieobjekten kommen Lastprofile, Prozesswärme, Betriebszeiten und unterschiedliche Nutzungszonen hinzu. Erst aus diesen Gebäudedaten und Betriebsbedingungen entsteht eine Verbrauchsabschätzung, die für die Auslegung, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und spätere Betriebserwartung einer Wärmepumpe belastbar ist.

Effizienz realistisch beurteilen: Jahresarbeitszahl, Strombedarf, Betriebsweise und Wechselwirkung mit Gebäudezustand und Außentemperaturen einordnen

Um den Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abzuschätzen, reicht die Nennleistung des Geräts nicht aus. Entscheidend sind der tatsächliche Wärmebedarf des Gebäudes, die erreichbaren Vorlauftemperaturen, die Jahresarbeitszahl (JAZ), das Nutzerverhalten sowie die Außentemperaturen am Standort. Als grundlegende Rechnung gilt: Strombedarf = jährlicher Wärmebedarf inklusive Warmwasserbereitung geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 4 benötigt für 20.000 kWh bereitgestellte Wärme rechnerisch rund 5.000 kWh Strom pro Jahr. Ob dieser Wert im Betrieb erreicht wird, hängt jedoch vom Gebäude und vom gesamten Heizsystem ab.

Die Jahresarbeitszahl beschreibt das Verhältnis zwischen abgegebener Wärme und eingesetztem Strom über ein vollständiges Jahr. Sie ist aussagekräftiger als ein einzelner COP-Wert aus dem Datenblatt, denn sie berücksichtigt unterschiedliche Außentemperaturen, Teillastbetrieb, Abtauvorgänge, Warmwasserbereitung und mögliche elektrische Zusatzheizung. Eine hohe JAZ ist kein reines Gerätemerkmal: Sie entsteht erst im Zusammenspiel aus Wärmepumpe, Heizflächen, Hydraulik, Regelung und Gebäudezustand.

Vorlauftemperatur und Heizflächen beeinflussen die Effizienz unmittelbar

Je niedriger die erforderliche Vorlauftemperatur, desto effizienter kann eine Wärmepumpe arbeiten. Fußboden-, Wand- oder ausreichend groß ausgelegte Heizflächen können Räume häufig mit niedrigen Systemtemperaturen versorgen. Kleine Heizkörper, ungünstige hydraulische Verhältnisse oder ein hoher Wärmeverlust einzelner Räume erhöhen dagegen häufig die notwendige Vorlauftemperatur. Dadurch sinkt die Jahresarbeitszahl und der Stromverbrauch steigt.

Für eine belastbare Einschätzung muss daher geprüft werden, welche Leistung die vorhandenen Heizflächen bei niedrigen Vorlauftemperaturen tatsächlich abgeben. Ebenso wichtig ist die raumweise Heizlast: Ein Gebäude kann im Durchschnitt für den Wärmepumpenbetrieb geeignet sein, während einzelne Räume bei kalten Außentemperaturen zu wenig Heizfläche aufweisen. Pauschale Aussagen allein anhand des Baujahrs oder der bisherigen Heizkosten sind deshalb nur eingeschränkt belastbar.

Außentemperaturen und Betriebsweise verändern den Jahresstrombedarf

Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten bei milden Außentemperaturen besonders effizient. Mit sinkender Außenlufttemperatur steigt der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizsystem; gleichzeitig benötigt das Gebäude mehr Heizleistung. In dieser Phase entscheidet sich, ob Heizflächen, Regelung und hydraulischer Abgleich einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen. Auch Abtauvorgänge im feucht-kalten Winterwetter gehören zur realen Jahresbilanz und müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden.

Der Stromverbrauch wird außerdem durch die Betriebsweise beeinflusst. Eine dauerhaft unnötig hohe Heizkurve, starke Nachtabsenkungen mit anschließender Aufheizung, ungünstig eingestellte Warmwasserzeiten oder häufiges Takten können die Effizienz mindern. Ziel ist ein möglichst gleichmäßiger Betrieb mit bedarfsgerechten Vorlauftemperaturen und ausreichend langen Laufzeiten. Eine korrekt dimensionierte Anlage muss dabei nicht permanent unter Volllast arbeiten, sollte aber auch nicht durch Überdimensionierung zu häufigen Starts gezwungen werden.

So lässt sich der erwartete Strombedarf fachlich einordnen

  • Wärmebedarf ermitteln: Heizwärme und Warmwasserbedarf getrennt betrachten; frühere Brennstoffverbräuche müssen um Anlagenverluste und Nutzungsgewohnheiten bereinigt werden.
  • Raumweise Heizlast prüfen: Sie zeigt, welche Leistung bei der örtlichen Auslegungstemperatur tatsächlich erforderlich ist.
  • Heizflächen bewerten: Heizkörper, Fußbodenheizung und mögliche Flächenreserven bei niedrigen Vorlauftemperaturen untersuchen.
  • Systemtemperaturen festlegen: Nicht die bisherige Kesseltemperatur, sondern die künftig notwendige Vorlauf- und Rücklauftemperatur ist relevant.
  • JAZ als Jahreswert ansetzen: Die Annahme muss zur Wärmequelle, zum Temperaturniveau, zur Warmwasserbereitung und zur Regelung passen.
  • Zusatzstrom berücksichtigen: Umwälzpumpen, Regelung, mögliche elektrische Heizstäbe und Abtauenergie gehören zur realistischen Gesamtbetrachtung.

Warum Gebäudezustand und Anlagentechnik gemeinsam bewertet werden müssen

Ein gut gedämmtes Gebäude reduziert nicht nur den Wärmebedarf, sondern häufig auch die erforderliche Heizleistung an kalten Tagen. Dennoch ist eine umfassende Sanierung keine zwingende Voraussetzung für jede Wärmepumpe. Maßgeblich ist, ob das Gebäude mit wirtschaftlichen Systemtemperaturen beheizt werden kann und welche gezielten Maßnahmen dafür sinnvoll sind. In manchen Fällen reichen größere Heizkörper in einzelnen Räumen, ein hydraulischer Abgleich oder Anpassungen an der Regelung. In anderen Fällen ist eine Verbesserung der Gebäudehülle wirtschaftlich sinnvoll, um die Vorlauftemperatur dauerhaft zu senken.

BMH Contracting GmbH betrachtet diese Zusammenhänge als Gesamtsystem. Als Ingenieur- und Planungsbüro für Energie, Wärme und Gebäude prüft das Planungsteam im herstellerunabhängigen Wärmepumpencheck unter anderem Dämmstandard, vorhandene Anlagentechnik, Heizflächen, hydraulische Verhältnisse und Systemtemperaturen. Die raumweise Heizlast nach DIN 12831 hilft dabei, die erforderliche Leistung und die technische Machbarkeit belastbar einzuordnen. So wird der Stromverbrauch einer Wärmepumpe nicht über pauschale Kennwerte geschätzt, sondern aus dem tatsächlichen Bedarf und den konkreten Betriebsbedingungen des Gebäudes abgeleitet.

Eine realistische Effizienzbewertung beantwortet daher nicht nur die Frage, wie viel Strom eine Wärmepumpe voraussichtlich benötigt. Sie zeigt auch, welche Vorlauftemperaturen erreichbar sind, ob einzelne Heizflächen angepasst werden sollten und unter welchen Bedingungen die Anlage wirtschaftlich arbeitet. Erst diese technische Gesamtbetrachtung schafft eine verlässliche Grundlage für Planung, Investition und späteren Betrieb.

Entscheidung absichern: herstellerunabhängigen Wärmepumpencheck, Wirtschaftlichkeit, Förderung und weitere Fachplanung miteinander verbinden

Eine belastbare Entscheidung entsteht nicht aus einer pauschalen Verbrauchsprognose, sondern aus der Prüfung des konkreten Gebäudes: Heizlast, Heizflächen, Vorlauftemperaturen, Dämmstandard, vorhandene Anlagentechnik und hydraulische Verhältnisse bestimmen, ob eine Wärmepumpe effizient arbeiten kann. Erst auf dieser Grundlage lassen sich erwarteter Strombedarf, Investitionsumfang, mögliche Förderungen und notwendige Maßnahmen wirtschaftlich einordnen.

Der herstellerunabhängige Wärmepumpencheck von BMH Contracting GmbH setzt genau dort an. Als Ingenieur- und Planungsbüro für Energie, Wärme und Gebäude nimmt das Planungsteam den Bestand technisch auf und betrachtet das Gebäude als Gesamtsystem. Dazu gehören die vorhandenen Heizkörper oder Flächenheizungen, die benötigte Heizleistung, die erreichbaren Systemtemperaturen sowie die technische Einbindung in die bestehende Anlage.

Ein zentraler Baustein ist die raumweise Betrachtung der Heizlast nach DIN 12831. Sie zeigt, welche Wärmeleistung einzelne Räume bei Auslegungstemperatur benötigen und ob die vorhandenen Heizflächen diese Leistung mit niedrigen Vorlauftemperaturen abgeben können. Denn niedrige Vorlauftemperaturen verbessern in der Regel die Effizienz einer Wärmepumpe und beeinflussen damit den späteren Stromverbrauch unmittelbar.

Die Prüfung ordnet auch ein, ob vor der Umrüstung Maßnahmen an Heizflächen, Hydraulik, Regelung oder Gebäudehülle erforderlich sind. So wird nachvollziehbar, ob einzelne Heizkörper angepasst werden sollten, ein hydraulischer Abgleich notwendig ist oder ob andere Schritte den wirtschaftlichen Betrieb verbessern. Statt eine Wärmepumpe isoliert zu bewerten, verbindet das Planungsteam Wärmebedarf, Anlagentechnik und Betriebsbedingungen zu einem technisch nachvollziehbaren Konzept.

Auf dieser Basis kann die Wirtschaftlichkeit realistisch bewertet werden. Maßgeblich sind nicht allein Anschaffungskosten oder angenommene Jahresarbeitszahlen, sondern auch der tatsächliche Wärmebedarf, die zu erwartenden Betriebsstunden, die Systemtemperaturen, der Stromtarif und erforderliche Anpassungen am Gebäude. Fördermöglichkeiten sollten parallel geprüft und in die Planung eingebunden werden, damit technische Voraussetzungen, Fristen und förderfähige Maßnahmen frühzeitig berücksichtigt werden können.

Für weiterführende Schritte begleitet das Planungsteam bei Bedarf von der Bestandsaufnahme über Berechnungen und Wärmekonzepte bis zur Fachplanung sowie zur Umsetzung oder zum Betrieb. Wer den Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abschätzen will, erhält mit einer fachlich begleiteten Planung eine herstellerunabhängige Entscheidungsgrundlage, die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Vernunft verlässlich zusammenführt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu 1.4

Wie lässt sich der Stromverbrauch einer Wärmepumpe realistisch abschätzen?

Der jährliche Wärmebedarf für Raumheizung und Warmwasser wird durch die erwartete Jahresarbeitszahl (JAZ) geteilt. Zusätzlich sollten Nebenverbräuche für Regelung, Umwälzpumpen, Abtauvorgänge und gegebenenfalls den elektrischen Heizstab berücksichtigt werden.

Welche Jahresarbeitszahl sollte für die Verbrauchsberechnung angesetzt werden?

Die JAZ muss zur Wärmequelle, den erforderlichen Vorlauftemperaturen, der Warmwasserbereitung und der hydraulischen Einbindung passen. Sie ist ein Jahreswert unter realen Betriebsbedingungen und nicht mit einem punktuellen COP-Wert aus dem Datenblatt gleichzusetzen.

Warum beeinflusst die Vorlauftemperatur den Stromverbrauch so stark?

Mit steigender Vorlauftemperatur erhöht sich der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizsystem, wodurch die Effizienz der Wärmepumpe sinkt. Ob niedrige Temperaturen erreichbar sind, hängt von Heizflächen, Heizlast, hydraulischem Abgleich und Gebäudezustand ab.

Kann der bisherige Gas- oder Ölverbrauch als Grundlage dienen?

Der bisherige Brennstoffverbrauch liefert nur einen ersten Anhaltspunkt, da Kesselverluste, Brennstoffqualität, Warmwasserbereitung und Nutzungsverhalten berücksichtigt werden müssen. Für eine belastbare Prognose sind der bereinigte Wärmebedarf und möglichst eine raumweise Heizlast nach DIN 12831 relevant.

Wie wirkt sich die Warmwasserbereitung auf den Stromverbrauch aus?

Warmwasser benötigt häufig höhere Temperaturen als die Raumheizung und wird daher meist mit einer geringeren Effizienz bereitgestellt. Für den Stromverbrauch einer Wärmepumpe sollte der Warmwasserwärmebedarf getrennt vom Heizwärmebedarf angesetzt werden.

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